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Mit zwölf erfand sie eine mobile Wärmedecke für Obdachlose – und ganz Großbritannien staunte

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Eine mobile Wärmedecke für Obdachlose. Es war ein kalter Morgen, als Rebecca Young beschloss, dass es so nicht weitergehen kann. Die damals zwölfjährige Schülerin sah, wie Menschen in Decken gehüllt auf dem Bürgersteig schliefen – mitten im Winter, mitten in ihrer Stadt. Statt nur Mitleid zu empfinden, entwickelte sie etwas, das viele Erwachsene nicht geschafft haben: Eine mobile Wärmedecke für Obdachlose, betrieben mit Solarenergie, verstaubar in einem tragbaren Rucksack.

Die mobile Wärmedecke für Obdachlose: Eine Idee mit Herz und Technik

Rebecca Young, Schülerin der Kelvinside Academy in Glasgow, war keine typische Tüftlerin. Sie war einfach ein Kind mit offenen Augen. „Ich habe mich gefragt, warum niemand etwas erfindet, das wirklich hilft – also habe ich selbst angefangen zu zeichnen“, erklärte sie später (City of Science and Innovation, 2023).

Für den nationalen Primary Engineer Leaders Award, an dem jährlich rund 70.000 Schüler:innen aus dem Vereinigten Königreich teilnehmen, entwarf sie mobile Wärmedecke für Obdachlose – mit cleveren technischen Details:

  • flexible Solarpaneele am Rucksack,

  • ein integrierter Akku, der tagsüber lädt,

  • Kupferdrähte zur Wärmeerzeugung,

  • ein Temperatursensor zur automatischen Regulierung.

Die mobile Wärmedecke für Obdachlose ist dabei direkt im Rucksack verstaut – so bleibt sie tragbar, unauffällig und einsatzbereit. Zielgruppe: Menschen ohne festen Wohnsitz, die nachts auf sich allein gestellt sind.

Auszeichnung für Einfallsreichtum

Rebeccas Entwurf überzeugte nicht nur die Jury: Sie gewann die Commendation Medal im öffentlichen Voting sowie eine Silbermedaille der Fachjury (The Times, 2023). Von Anfang an betonte sie, dass sie mit ihrer „Erfindung nicht reich werden wolle“, sondern einfach Menschen helfen wolle, denen es an Sicherheit und Wärme fehlt.

Vom Schulwettbewerb zum Prototyp

Die in Großbritannien ansässige Technologiefirma Thales UK wurde durch den Wettbewerb auf Rebecca aufmerksam. Das Unternehmen baute mit jungen Ingenieur:innen einen voll funktionsfähigen Prototypen nach ihrem Entwurf (Thales, 2024). Besonders beeindruckend war die Balance zwischen Nutzerfreundlichkeit und technischer Sicherheit:

  • Die Decke liefert bis zu acht Stunden Wärme.

  • Sie erkennt eigenständig, wann die Temperatur reguliert werden muss.

  • Eine Abschaltautomatik verhindert Überhitzung.

Colin Scouller, Technical Director bei Thales, lobte Rebeccas mobile Wärmedecke für Obdachlose als „bemerkenswert praktisch und durchdacht“ – vor allem angesichts ihres jungen Alters (Thales, 2024).

Die ersten 150 Wärmedecken für die Straße

Im Jahr 2024 begann Thales mit der Produktion von 150 Einheiten der mobilen Wärmedecke für Obdachlose – basierend auf Rebeccas Entwurf. Die ersten 35 Stück wurden an die Hilfsorganisation Homeless Project Scotland in Glasgow übergeben. Weitere Sets gingen an fünf andere Organisationen in Schottland (Thales, 2024).

Die Rückmeldungen waren positiv. Die Decken helfen nicht nur, die Nacht zu überstehen – sie geben auch ein Stück Würde und Selbstbestimmung zurück.

Warum eine mobile Wärmedecke für Obdachlose so wichtig ist

Laut Shelter Scotland (2023) lebten allein 2022 über 28.000 Menschen in Schottland in Notunterkünften oder auf der Straße. Viele davon ohne Zugang zu stabiler Wärmeversorgung. Während Schlafsäcke weit verbreitet sind, fehlt oft ein sicherer Wärmeerhalt – besonders bei Feuchtigkeit oder Frost.

Rebecca Youngs mobile Wärmedecke bietet eine neue Lösung:

  • Unabhängigkeit von Infrastruktur

  • Kombination aus Energieautarkie und Wärme

  • Wetterfeste Konstruktion mit tragbarem Design

Gerade in urbanen Zentren wie Glasgow oder Edinburgh könnte das Konzept ein Modell für andere Städte sein – auch außerhalb Großbritanniens.

Schule als Brutstätte für Sozialtechnik

Die Kelvinside Academy gilt als Vorreiterin in Sachen Innovationsförderung. Mit einer eigenen „School of Innovation“ unter der Leitung von Lehrer:innen wie Leigh Goldie werden Schüler:innen frühzeitig ermutigt, soziale Probleme mit technischem Denken zu verbinden (City of Science and Innovation, 2023).

Goldie lobte Rebecca mit den Worten: „Was sie geleistet hat, ist außergewöhnlich – nicht nur wegen der Idee, sondern wegen ihres sozialen Gespürs.“

Eine Erfindung mit Zukunft?

Thales plant nach der erfolgreichen Pilotphase, das Modell weiterzuentwickeln. Aktuell wird geprüft, ob sich die Wärmedecke patentieren lässt und eine größere Serienproduktion möglich ist. Rebecca selbst bleibt bescheiden – sie sagt, sie wolle später vielleicht in der Umwelttechnik oder Sozialentwicklung arbeiten.

In jedem Fall hat sie gezeigt: Technologie und Mitgefühl schließen sich nicht aus. Im Gegenteil – die besten Ideen entstehen oft dann, wenn beides zusammenkommt.

Fazit: Mehr als eine Decke – ein Symbol der Hoffnung

Die Geschichte von Rebecca Young ist nicht nur eine technische Innovation. Sie ist ein Symbol für einen neuen Ansatz: Kindern zuhören, Bildung neu denken, Technik für soziale Gerechtigkeit einsetzen. Ihre mobile Wärmedecke für Obdachlose verbindet Energieautarkie, Wärme und Menschlichkeit. Und zeigt: Auch die Kleinsten können Großes bewirken.

Quellenverzeichnis

 

guteideen.org © 2025 by Gute Ideen ist lizenziert unter CC BY 4.0 . Kurz erklärt: Nutze alles und verlinke auf diesen Artikel. 

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